Elternzeit ade…

Etwas über 2 Jahre war ich nun zu Hause und nun ist es so weit: der Ernst des Lebens ruft! Wie wird es wohl mit 2 Kindern? 

Die Frage stelle ich mir ehrlich gesagt schon seit der Schwangerschaft, wie es wohl wird, wenn die Ausbildung wieder beginnt. Ich habe einen enormen Respekt vor dieser kommenden Aufgabe. Für die, die uns zu dem Zeitpunkt noch nicht folgen, ich mache eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin, um danach meinen Heilpädagogen zu machen. Bis zum Sommer 2019 geht diese nun noch und nach einem Beschäftigungsverbot und nachfolgender Elternzeit ist es am Mittwoch nun soweit. Ich werde in einer integrativen Kita anfangen.

Ganz ehrlich? Ich bin sehr im Zwiespalt. Auf der einen Seite freue ich mich darauf, das endlich wieder Geld reinkommt und ich weiter vorwärtszukommen. Aber auf der anderen Seite weiß ich das nun eine sehr kostbare, intensive und besondere Zeit vorbei geht, die mir niemand mehr zurückgeben wird. Ich denke auch Du, wenn du Mama bist, kannst dir sicherlich vorstellen, was es emotional mit mir macht. Die Babyzeit ist einfach jetzt vorbei. Es dauert zwar noch, bis nächstes Jahr August bis der Muckel in die Kita kommt, aber trotzdem geb ich ihn ja im Grunde ab. Dabei könnte er es gar nicht besser treffen, da seine Oma ihn in dieser Zeit betreut und die liebt er absolut abgöttisch. Die beiden haben wirklich ein sehr inniges Verhältnis. Aber auch der kleine Mann ist grade in einer Phase, wo es ihm schwer fällt, sich von mir zu trennen. Das merke ich aktuell wieder ganz stark daran, das er mir öfters weinend hinterhergerannt kommt, wenn ich auch nur das Zimmer verlasse. Okay, es ist Tagesform abhängig. Aber wie soll es werden, wenn ich wirklich Los muss? Wir leben und begleiten hier „bedürfnisorientiert“. Wenn der Muckel unglücklich ist, werden Kompromisse gefunden – auf die er sich auch in der Regel einlässt, oder auch ich. Hier wird nichts über den Kopf hinweg der Kinder entschieden. Und ich weiß noch nicht so recht, wie ich in dieser neuen Situation reagieren werde. Ich denke, es wird mir anfangs das Herz zerreißen. Gott was hab ich damals bei Jerry geheult, als ich ihn das erste Mal in die Kita brachte. Ich befürchte morgen werde ich auch erst einmal im Auto sitzen und Rotz und Wasser heulen. Der Muckel und ich waren noch nie so lange voneinander getrennt. Und nun soll das jeden Tag so sein!?Dieser Gedanke, das ich so viele Dinge verpassen werde. Aber auf der anderen Seite, ich habe alles was er bis jetzt kann als erstes erlebt, und das kann uns keiner nehmen. Dennoch werde ich es vermissen mich in der Woche nochmal morgens mit ihm ins Bett oder aufs Sofa zu kuscheln, in aller Ruhe zu stillen, und ein Buch nach dem anderen vorlesen. So ganz in Ruhe! Ohne Druck! Ohne Hektik!

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Aber ehrlich gesagt, frage ich mich schon wo nur die letzten 2,5 Jahre schon wieder hin sind. Es ist doch einfach immer wieder unfassbar wie schnell die Zeit doch jedesmal vergeht. Und erst wenn man Kinder hat, bekommt man das so richtig zu spüren. Man schaut nur einen Moment nach links und schwups.. sind sie groß! Der kleine Muckel ist auch nicht mehr der kleine Muckel, sondern ein richtiger Räuberskomplize! Am liebsten würde ich ja noch ein Jahr zu Hause bleiben. Aber leider ist das nicht möglich, da ich ansonsten wieder bei 0 anfangen müsste. Im Vertrag ist geregelt, dass man wenn man die Ausbildung unterbricht, man spätestens nach 2 Jahren wieder beginnen muss. Ich habe sogar noch paar Monate geschenkt bekommen, da ich im 2.Lehrjahr wieder einsteige. Eigentlich wäre ich jetzt im letzten Jahr schon. Aber ich habe mich dafür entschieden, es so zu machen, da ich einfach in Ruhe wieder reinkommen kann.

Naja, jedenfalls ich bin wirklich gespannt wie wir uns zu recht finden werden. Wird es lange dauern, bis wir Routine in unseren neuen Alltag finden werden? Wie werde ich es mit der ganzen Lernerei schaffen? Ich hab mir ja vorgenommen immer etwas zu machen, wenn die beiden Jungs im Bett sind. Aber sind wir mal ehrlich, die Verlockung abends sich lieber aufs Sofa mit dem Helden zu kuscheln wird groß sein 😀 Oder im Bett beim Muckel liegen bleiben! Ich kenn mich doch! Aber nein, nein! 1,5 Jahre muss ich mich jetzt noch mal zusammenreißen 🙂 bis der erste Part geschafft ist von meinem Traum der Heilpädagogin. Ich will es ja wirklich. Aber wenn da halt nicht immer diese blöde chronische mütterliche Müdigkeit wäre!

Morgen geht es jedenfalls los! Um 7 Uhr kommt die Oma und um 8 muss ich in der Kita sein. Mein Glück ist ja, ich fahre wirklich nur 10 Minuten. Diesen Luxus weiß ich wirklich zu schätzen. Das bedeutet für uns, ich kann in der Mittagspause immer nach Hause fahren ❤ ! Also müssen wir keine ganzen 9 Stunden voneinander getrennt sein :). Das wird es am Anfang denk ich wirklich einfacher machen! Hoff ich!

An die Mamas unter euch: Wie habt ihr euch gefühlt, als die Elternzeit vorbei war? Wie lange wart ihr zu Hause? Oder seit ihr direkt wieder arbeiten gegangen? Wie war die erste Zeit für eure kleinen? Sind sie direkt in die Kita? Oder hattet ihr auch Glück, das erstmal die Oma da war? Erzählt doch mal 🙂

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Verfasst von

Ein inklusiver Famlienblog für jedermann! Hier geht es um das Leben mit 2 Räuberjungs. Jerry hat das Down-Syndrom und Autismus. Aber es geht bei Jerrys Welt in Zukunft um alle Themen rund um die Familie :)

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