Veganes Familienleben: Unser Weg!

Ich hatte es ja schon an anderer Stelle erwähnt, das vor etwa einem halben Jahr bei uns zu Hause  ein Wandel stattfand. Der Held und ich trafen die Entscheidung vegan zu leben. Der Held aber dann doch nicht ganz so konsequent wie ich. Vorneweg möchte ich aber auch nochmal sagen, dass ich hier niemanden missionieren möchte. Ich werde hier nun ganz objektiv Informationen und Gründe zusammentragen, die für MICH ausschlaggebend war. Denn das war ja auch die Frage. 

Ich hatte vor ca 3 Jahren schon einmal den Versuch gestartet mich vegan zu ernähren. Damals zeigte mir der Held nur den Vogel und meinte, mach du mal, aber ohne mich! Tja, und da ich nicht aus geschmacklichen Gründen vegan wurde, sondern aus ethischen und ökologischen Gründen, war es ziemlich schwer für mich stark zu bleiben, wenn jemand mir täglich einen vorkaute. Und ja irgendwie kam es mir nicht konsequent genug vor, denn ich musste ja trotzdem tierische Produkte einkaufen. Ich habe es zwar nicht gegessen, aber ich habe das sterben finanziell unterstützt. Und das war ja eigentlich genau das, was ich NICHT wollte.  Um es kurz zu machen… ich bin nach 2 Wochen kläglich gescheitert. Auf voller Linie. Ich war einfach noch zu schwach und es war noch nicht meine Zeit.

Bis wie gesagt vor einem halben Jahr, als der Held und ich abends auf dem Sofa lagen und uns gemeinsam die Dokumentation „Hope for All Unsere Nahrung – Unsere Hoffnung“ ansahen.

Diese Dokumentation ist wahnsinnig interessant! Nicht so schlimm wie „Earthling“ aber doch auch nicht ohne. Es fängt relativ harmlos an mit dem gesundheitlichen Aspekt, doch dann wird immer mehr aufgedeckt. Uns beiden wurde kotzübel. Natürlich wussten wir schon länger, was da alles so abgeht, aber diese Dokumentation hat uns beide einfach so tiefgründig berührt.

Zu sehen wie Schweine in einer „Zelle“ leben, in der sie sich noch nicht einmal drehen können, zerreißt mir jedes mal das Herz. Oder wusstet ihr, dass Kühen die Kälber direkt nach der Geburt oder kurze Zeit später weggenommen werden? Nur damit wir Milch bekommen? Die Mutterkuh und das Kalb leiden seelisch enorm. Ein Muttertier empfindet genauso viel Schmerz wie eine Mutter von uns. Denkt doch mal nach, was das mit uns machen würde, wenn man uns einfach so unser Kind wegnehmen würde. Das ist doch so, als wenn man einem das Herz herausreißt. Wir würden qualvoll leiden.

Ich habe während der Reportage wirklich da gesessen und habe mir nur die Augen zugehalten und habe geheult.

Küken werden aussortiert, da lediglich die weiblichen Küken für die Industrie zu gebrauchen sind. Männliche werden vergast oder zerschreddert. Kein Scherz!

Und den gesundheitlichen Aspekt sollte man auch nicht außer Acht lassen. Es gibt definitiv einen Zusammenhang zwischen der westlichen Tierreichen Ernährung und den Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Herzerkrankungen, Schlaganfall usw. In den letzten 50 Jahren hat der Fleischkonsum sich quasi verfünffacht… das kann nicht gesund sein. Professor Colin Campbell stellte in einer Versuchsreihe fest. Casein fördert alle Stadien des Krebswachstums. Ratten wurde %% Casein zugeführt und die Krebszellen stiegen nicht an. Dann fing man an 20% Casein zu verabreichen, was in etwa dem Anteil unserer westlichen Ernährung entspricht, und die Krebszellen stiegen an. Man ging noch einen Schritt weiter und änderte alle 3 Wochen die Ernährung. Dann gab man wieder nur 5% und die Anzahl der Krebszellen sank. Und dies versuchte man paar mal im Wechsel. Sie konnten die Entwicklung von Krebszellen also quasi mit der Zugabe von Casein an- und abstellen.

Das war der Auslöser beim Held. Plötzlich kam vom Held dann die Idee, es doch noch einmal vegan  zu probieren. Er sagte aber von Anfang an, dass er trotzdem manchmal ein Stück Fleisch essen würde. Ich wollte das ganze aber dieses Mal wirklich konsequent durchziehen. Somit machten wir aus, wir stellen unseren Haushalt jetzt komplett auf vegan um. Vieles verbrauchten wir selbst, andere Dinge verschenkte ich. Und dann ging es los. Das Vegane Einkaufen.

Klar hätten wir jetzt sagen können, wir erwerben unser Fleisch nun nur noch beim Biobauer. Aber sind wir mal ehrlich. Kaum ein Bauer darf heutzutage noch selbst schlachten und spätestens bei der Schlachtung macht es keinen Unterschied mehr, ob das Tier nun „Bio gehalten“ wurde oder in der Massentierhaltung. Und der gesundheitliche Aspekt bleibt nach wie vor bestehen.

Wenn es euch wirklich interessiert, dann macht euch mal genau schlau. Ich möchte hier an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen, da es mich wirklich jedes mal erneut zu sehr aufwühlt und ich Bilder im Kopf habe, die ich nicht sehen möchte.

Anfang muss ich aber gestehen, war das einkaufen doch ein ganz schöner Aufriss. Denn wir mussten in zig Läden fahren, da wir keinen fanden,  wo man alles an Ersatzprodukten bekam. Und gewisse Firmen wollten wir auch trotzdem nicht unterstützen (das taten wir schon zu unsere Fleischesserzeit nicht ) wie zB.. Mühlenhof. Ob die nun vegane Sachen anbieten oder Wurst, aus ethischen Gründen absolut indiskutabel. In unserer Krabbelgruppe bekam ich dann den Tipp doch beim Globus mal nachzuschauen. Dort hätten sie eine sehr große vegane Auswahl. Und es stimmte. Dort bekommen wir mittlerweile wirklich alles. Unser Einkaufswert ist zwar durch die Ersatzprodukte etwas höher, aber dafür haben wir Dinge die uns wirklich schmecken und es muss kein Tier für uns sterben..

Wie gesagt, ich lebe inzwischen zu 99% vegan aber zu 100% vegetarisch. Der Held sagen wir mal zu 70%, und Jerry isst in der Schule sein Fleisch noch, da er nicht drauf verzichten möchte. Ob er die Hintergründe versteht, sei jetzt mal dahingestellt. Aber hier soll jeder frei entscheiden können, auch wenn ich natürlich keine Freudensprünge mache, wenn hier jemand mal doch Fleisch isst. Der Muckel aber, ja der wird auch vegan ernährt. Wenn man ihn fragt, ob er Wurst mit Tieren möchte bzw Fleisch sagt er von sich aus auch in der Regel Nein. Zu seiner Leberblumenwurst sagt er aber niemals Nein 😉 .. damit meinen wir die vegetarische Pommersche mit Schnittlauch. Kein Tag ohne! Kein Brot ohne! Das Kind hat sich eindeutig eingeschossen :D. Im Übrigen finde ich das ricemilkmaid ein paar Fakten ganz gut zusammengetragen hat mit ihrer Grafik.

20-Fakten-Vegan

Wenn man sich das mal so anschaut, ganz schön viele Gründe :)! Der wachsende Fleischkonsum beschleunigt den Klimawandel und es verschärft den Welthunger. Das meiste Getreide welches wir anbauen, wird nicht für den Menschen verwendet. Nein, es geht für die Nutztierhaltung drauf. Wie viele Kinder, Frauen, Männer müssen Hungern? Alle 6 Sekunden stirbt ein Kind an Unterernährung 😦 … Und das in einer Zeit, in der wir hier in der westlichen Welt im Überfluss leben.

Wie gesagt, ich lebe jetzt nun seit etwas über 6 Monaten vegan und mir geht es gut. Ich lasse regelmäßig Blut abnehmen und meine Werte sind unverändert gut. Ich werde aber bald anfangen B12 zu ergänzen. Das sollte man als Veganer dann doch machen.

Der Held hat durch die weitgehend vegane Ernährung enorm abgenommen! Ich leider auch 😀 … das ist der einzige Nachteil bei mir. Ihr wisst ja, das ich schon immer Probleme hatte mit meinem „Untergewicht“. Jetzt durch die Vegane Ernährung muss ich enorm aufpassen, was ich genau esse und wie viel. Aber die Zahl auf der Waage geht allmählich ganz langsam wieder nach oben, da ich nun die Kalorienzahl  für mich festgestellt habe, die ich tatsächlich benötige. Und es sind ungelogen 3500 Kalorien.

Ihr merkt schon, es gibt sehr viele Gründe die uns dazu bewegt haben, dem ganzen eine Chance zu geben. Auch wenn ich und der Muckel diejenigen sind, die es absolut durchziehen :). Aber ich bin schon enorm stolz auf den Helden, dass er seine Ernährung so sehr umgestellt hat. Für ihn ging damals wirklich keine Mahlzeit ohne Fleisch oder Käse. Das ist ein enormer Schritt bei ihm! (Und da ich weiß, dass du dies hier lesen wirst : ich bin stolz auf dich <3! )

Untitled

Verfasst von

Ein inklusiver Famlienblog für jedermann! Hier geht es um das Leben mit 2 Räuberjungs. Jerry hat das Down-Syndrom und Autismus. Aber es geht bei Jerrys Welt in Zukunft um alle Themen rund um die Familie :)

Ein Kommentar zu „Veganes Familienleben: Unser Weg!

  1. Ich finde es toll, wie konsequent du das Ganze durchzieht, und dabei auch darauf achtest, dass eure Kleidung keinerlei tierischen Ursprung hat. Wunderbar auch, dass Ihr finanziell in der Lage seid, die Mehrausgaben zu bewältigen. Bewundernswert, wie Ihr es schafft, Mangelerscheinungen vorzubeugen. Hut ab!

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