Konkurrenzempfinden unter Müttern

Ich beobachte es immer und immer wieder und es war auch ein Grund warum ich mich aus so ziemlichen allen „Mami-Gruppe“ zurückgezogen haben.

Dieses ständige untereinander Angreifen oder aber auch die andere Seite, dieses zu Unrecht angegriffen fühlen. Leider bin ich davon noch immer nicht befreit es mitzubekommen. Solange man sich im SocialMedia und der Bloggerwelt bewegt, liest man es immer wieder und es gibt kein Entkommen. Ob man nun mag oder nicht.

LangzeitstillMamas gegen Flaschenmamis. Breimamis Vs BLWmamis. Eigenes Zimmer Vs. Familienbett.  Autoritär vs. Bedürfnisorientiert. Hausfrau vs. VollzeitMama. Omnis vs. Veganer. Kinderbilder im Inet vs. keine Kinderbilder. Bobath- vs. Vojta-Therapie. usw. man könnte es jetzt bis ins unermessliche erweitern

Hab nur ich den Eindruck, dass es immer schlimmer wird? Wovor haben wir Mütter Angst? 

Jede Mama läuft ihren ganz eigenen Weg  in ihren Schuhen. Jede Mama hat ihre eigene Geschichte. Jede Mama hat andere Beweggründe. Jede Mama hat andere Fehler. Andere Befindlichkeiten. Eine Eigene Persönlichkeit. Eigenen Tagesablauf. Eigene Strukturen. Eigene Regeln oder auch eben keine. Jede von uns wurde in ihrem Leben anders geprägt als die andere. Da werdet ihr mir jetzt sicher alle Zustimmen. Doch, was nun? Trotzdem liest man es immer wieder, wie Mütter sich im Internet unter einander fertig machen. Und ich frage mich jedes Mal: Muss das sein?

Jede unter uns wurde anders geprägt in ihrem Leben. Vergiss nicht, genau DAS sind doch die Punkte, die uns ausmachen. Die uns, zu dem machen was wir gestern waren, heute sind, und morgen sein werden. 

Ich habe so oft das Gefühl, dass es ein einziger Wettkampf untern Müttern geworden ist, wer was, wo, wie am schnellsten und am meisten in ihrem Tag schafft. Dabei ist das doch völlig egal. Jede Mama gibt ihr Bestes und setzt ihre ganz individuellen Prioritäten. Bin ich eine schlechtere Mutter, nur weil ich es vielleicht nicht so mache, wie es meine Nachbarin macht? Oder die Mama in der Kita? Die Mama in der Krabbelgruppe? Die Mama in einer Facebookgruppe?

Wir Müttern sollten uns gegenseitig Unterstützen und Wertschätzen – dies gilt natürlich für alle Menschen. Wir sollten aufhören uns wahrlos Anzugreifen, aber auch  nicht wegen allem Angegriffen fühlen.

Ich gehörte auch zu den Mamas, die einst zu schnell andere verurteilte und noch weniger konnte ich mit Kritik umgehen. Ja ich fühlte mich sogar persönlich vom Held angegriffen, wenn er nur ein kleines bisschen Kritik übte. Das war aber mein eigenes Problem und nicht von ihm oder eben anderen Müttern (wir reden hier natürlich von sachlicher Kritik) Doch ich habe inzwischen durch einen langen Prozess gelernt, andere Menschen zu respektieren. Toleranz aufzubringen. Wertzuschätzten. Denn ich denke, man sollte sich immer bewusst machen, wir alle sitzen mehr oder weniger im selben Boot. Und jeder unserer Tage sieht eben anders aus. Ihr wollt nicht wissen, wie oft  ich nun bei diesen Zeilen bereits unterbrochen wurde. Aber eine Priorität ist es eben, heute diesen Post in die Welt hinaus zu schreien. Aber an vielen anderen Tagen, steht der Blog auf meiner Prioritäten-Liste einfach ziemlich weit unten. Das ist einfach Fakt. Es gibt Tage, da bleibt nicht viel Zeit dafür. Ja es gibt Tage, da bin ich froh überhaupt ein paar Worte mit dem Helden austauschen zu können. Dann noch Bloggen? tUnter uns gesagt, ich müsste jetzt eigentlich auch eher lernen, da ich am Montag und Dienstag Klausuren schreibe. Aber jeder Tag läuft eben anders ab. Was man wann, wie und wo schafft hängt doch zusätzlich noch von so vielen anderen Dingen ab, als nur von sich selbst. Als Mama würden wir am liebsten 1000000000000 Stunden am Tag haben und 2mal mehr so viele Arme haben . Haben wir aber nicht. Und deshalb muss jede Mama  sich selbst mit ihren Tagesablauf arrangieren.

Keine Mama schafft mehr als die andere. Sondern jede Mama schafft andere Dinge und das was Sie und ihre Lebensumstände hergeben können.

Dies kann für eine Mama mit starken Depressionen sein, dass sie es schafft morgens aufzustehen und ihren Kindern essen zu machen. Oder für die andere Mama, die ihren Tagesablauf von A-Z durchstrukturiert um ihn effizient zu nutzen. Ob man nun dafür Zeit hat, evtl beim Abwaschen noch ein super lehrreiches Video zu schauen oder eben nicht – ist doch eigentlich völlig Gleichgültig, oder!?  Wenn eine Mama dafür noch Energie hat nach einem harten stressigen Tag – Wunderbar! Wenn die andere Mama das aber vielleicht nicht mehr schafft (obwohl der Wille schon da wäre) ist das doch genauso in Ordnung!? Nochmal, jede Mama setzt ihren Prioritäten eben anders. Und das ist absolut in Ordnung!!! Ich kenne ja mittlerweile viele Lebensumstände einer Mama aus eigener Erfahrung.

Ich kenne den Part einer Alleinerziehenden OHNE Unterstützung. Den Part einer Alleinerziehenden MIT familiärer Unterstützung. Ich kenne den Part mit Partner und einem Kind zu Hause oder mit einem Kind Arbeiten oder zur Schule zu gehen. Aber genauso kenne ich den Part mit 2 Kindern zu Hause zu sein.. oder aber mit 2 Kindern Arbeiten zu gehen. Ich weiß wie es ist mit Depressionen zu leben usw. Wahrscheinlich ist auch das der Grund, dass ich mich in so viele unterschiedliche Müttern mittlerweile hineinversetzten kann!? Aber das war eben auch nicht von heute auf morgen möglich. Sondern war Teil meines inneren Prozesses, der mich eben viele Dinge mittlerweile anders sehen lässt.

Natürlich heißt das nicht, das man nun alles wortlos hinnehmen muss, aber man sollte sich eben auch nicht jedes Wort so sehr zu Herzen nehmen. Manche Mütter meinen es sicherlich auch gar nicht so, wie man selbst es vielleicht auffasst. Doch wir Mütter neigen dazu, uns in unserer Rolle als Mama, direkt angegriffen zu fühlen.

Warum? 

Wahrscheinlich weil, wir Mütter eben alle ganz unterschiedliche Typen sind und mit vielen anderen Müttern haben wir eben nichts gemeinsam. Außer eben, dass wir alle Kinder haben. Genauso ist es auch in Down-Syndrom-Gruppen. Wobei ich es da ehrlich gesagt nicht gaaaaaaaanz so schlimm finde, wie in „normalen“ Mami-Gruppen (das gleicht einer Höhle von hysterischen Hyänen) – aber auch da treffen ganz unterschiedliche Mütter aufeinander. Und auch da hat man nur eins gemeinsam in der Regel – ein Kind mit Down-Syndrom. Doch man kennt sich irgendwie schon durch all die Jahre. Daher könnt ihr euch diese Gruppen wirklich etwas intensiver vorstellen.  Es finden viele Treffen statt – geplant oder ungeplant. Das ist in „normalen“ Mami-Gruppen ja eher unwahrscheinlich.

Man weiß halt aber auch nach einigen Jahren wie viele Ticken. Doch  auch da beobachte ich dieses Phänomen immer wieder. Früher habe ich jedes mal meinen Senf dazu abgeben, weil ich mich von meinen hochgekochten Emotionen habe leiten lassen.

Mittlerweile überlege ich mir sehr oft, bringt es demjenigen was, wenn ich das jetzt poste? Kann er daraus was mitnehmen? Triggert mich der Post jetzt irgendwie? Muss ich jetzt nochmal was posten, wenn schon zig andere vorher was dazu geschrieben haben? Wenn ja, könnte es falsch verstanden  werden? Wenn ja, wie kann ich es anders formulieren. Sprache macht so viel aus. Und ich geh davon aus, dass viele einfach Schreiben ohne groß darüber nachzudenken.

Wahrscheinlich weil es ja „nur“ virtuell ist. Doch man darf nie vergessen, an der anderen Seite sitzt eben auch eine Mama! Und diese könnten meine Worte, wenn ich sie unglücklich wähle eben direkt als persönlichen Angriff interpretieren. Also sollte man evtl auch überlegen: Könnten die andere Mama meine Worte triggern? Klar, kann man nicht in den Kopf eines Menschen hineinschauen. Zumal auch jeder mal einen schlechten Tag hat und heute vielleicht empfindlicher reagiert als morgen, weil das Kind vielleicht einen Wutanfall nach dem anderen hat.  Doch MIR hilft diese Herangehensweise sehr. Was nicht bedeuten sollte, das ich darin nun perfekt bin. Aber ich bin bemüht. Kein Mensch ist perfekt. Ich denke auch, das es viele Mütter da draußen gibt (ok ich weiß es) die eben auch so denken wie ich.

Und wenn es doch mal zu einem Konflikt kommt oder zu einem Missverständnis sollten immer beide Seiten reflektieren. Reflektieren. Reflektieren. Das ist mein persönliches Wort des Jahres 😉 ..

Auch wenn man etwas postet: es kann eben alles Missverstanden werden. Eine 100%zige Garantie hat man nie. Und wenn man sich wirklich absolut gar nicht grün ist bei einem Thema oder sogar persönlich, kann man natürlich darüber diskutieren. Aber doch bitte sachlich und fair bleiben. Vor allem den anderen trotzdem respektieren. Denn Respekt hat jede Mama verdient. Auch wenn, wir uns vielleicht mit ihrer ganz eigenen Geschichte nicht in sie hineinversetzten können. Oder sie sich vielleicht nicht in uns hineinversetzten kann.

 

 

Also ihr lieben , wundervollen, starken, aufopfernden, ehrgeizigen, arbeitenden, Hausfrauen-Mamas : Wir dürfen zusammenhalten! Keine sollte der anderen etwas böses Unterstellen. Zu schnell Verurteilen. Oder sich eben alles zu sehr zu Herzen nehmen. Wir alle geben unser Bestes. Und nur weil man das Gefühl hat, dass der andere gefühlt mehr schafft als man selbst… ist mein keine „schlechtere“ Mutter. Ihr alle opfert euch auf und ihr alle macht einen fantastischen Job. Denn ihr alle liebt eure Kinder. Und nur… nur… wirklich NUR das zählt!!!! 

 

Und nun dürft ihr das gerne Teilen und in die Welt verbreiten. Damit es so viele Mamas oder zukünftige Mamas wie möglich lesen.

Untitled

Verfasst von

Ein inklusiver Famlienblog für jedermann! Hier geht es um das Leben mit 2 Räuberjungs. Jerry hat das Down-Syndrom und Autismus. Aber es geht bei Jerrys Welt in Zukunft um alle Themen rund um die Familie :)

4 Kommentare zu „Konkurrenzempfinden unter Müttern

  1. Danke für diesen Post!!!! Bei mir kam und kommt sehr viel von der Familie, leider!
    Und leider auch sehr viel negatives und das obwohl mein Sohn schon fast 23 Jahre alt ist.
    Es ging früher sogar so weit das ich meiner eigenen Mutter Hausverbot gegeben habe weil ich es nicht mehr ertragen konnte, dabei hätte ich ihre Hilfe und Unterstützung so sehr gebraucht.
    Komischerweise kam die größte Hilfe und bedingungslose Akzeptanz von kinderlosen Freunden.
    Die mit Kindern sahen das natürlich alles anders und kritisierten.
    Aber irgendwann konnte ich diese Stimmen ausblenden und mich nur noch auf mein Bauchgefühl verlassen.
    Und wenn mein Sohn heute zu mir sagt: „Mutti du hast alles richtig gemacht! Ich hatte eine tolle Kindheit und meine Kumpels haben nicht so ein Verhältnis zu ihrer Mutti.“ dann weiß ich das, dass wirklich das einzigste ist was zählt.

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  2. Und ich weis wer den Post deinem Kopf entlockt hat, dabei hatte ich ja noch gesagt, dass der Auslöser meiner Story es sicher nicht so gemeint hat, aber ich kann es eben NICHT MEHR HÖREN, so wie andere steil gehen wenn man sagt „leidet“ am Down Syndrom, das lässt mich im übrigen total gelassen. Aber Du glaubst nicht wie oft ich mich rechtfertigen muss, auch vor meiner Schwiegermutter und dem ganzen Pulk dieser Familienseite, vor Müttern hier im Ort und auch im Blog.
    Und nicht immer hat etwas das ich sage genau mit dem zu tun was der Auslöser war, sondern ich der Meinung bin, so jetzt sag ich mal was dazu, weil der Satz halt gerade gefallen ist.
    Es gibt nichts schlimmeres als Müttergruppen und ich bin nur noch in den ziemlich flauschigen, daher weiß ich, dass mir keiner was unterstellt, jedenfalls dort nicht, aaaber im echten Leben sehr wohl.
    Und das Schlimmste, das wirklich aller aller schlimmste ist, dass es saublöde Mitmütter hier im Ort gibt, die Louisa deshalb dumm von der Seite anmachen und das ist der Punkt, wo bei mir echt die Sicherung durchbrennt, klar mir sowas ins Gesicht zu sagen ist ja auch gefährlich, ich könnte eine Antwort haben.
    Deshalb nicht nur im Netz sind Mütter manchmal das schlimmste was Müttern passieren kann, sondern auch im echten Leben 1.0

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