Am Rande des Wahnsinns…wieder mal

oder eher gesagt: mittendrin im Wahnsinn.

Ihr wisst, wenn wir etwas können: dann chaotisch. Und ich kann das mehr als perfekt. Und ich und Schlüssel.. tralala! Mein Name ist Hase ich weiß von nichts. Deswegen möchte ich euch jetzt von einem Montag im Dezember noch berichten.

Der Montag ist hier grundsätzlich eher etwas stressig. Ich  fahre in die Schule, komme nach Hause und warte ca. ne halbe Stunde dann auf den Räuber um ihn mit Noel zur Therapie zu fahren. Dort üben wir seit einem Jahr auch ganz intensiv, das öffnen der Haustür wenn es klingelt – Türen an sich kann er ja grundsätzlich mittlerweile öffnen. Ganz gefährlich sind diese Situationen immer dann, wenn ich zu sehr in Gedanken vertieft bin und überlege, was ich alles noch genau erledigen muss und an was ich alles denken muss. Eigentlich habe ich mir ja angewöhnt, den täglichen Wahnsinn immer aufzuschreiben (es wurde dadurch auch wesentlich besser mit mir und meinem Chaoskopf) problematisch ist aber, das ich seit 1-2 Wochen meinen Kalender suche. Auf Zettel aufschreiben ist bei mir auch eher kontraproduktiv, da ich diese grundsätzlich verliere.

Tja, so war es nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Katastrophe passiert. Ich mache wie gesagt die Jungs fertig und wollte mit Noel das Auto vor unsere Tür fahren, da es regnete und Jerry dann nicht so weit laufen müsste, um ins Auto einzusteigen. Unser Haustürschlüssel hing noch an der Tür, da wir hier immer zuschließen müssen, da Jerry sehr gerne ausbüxt. Ich zog Noel die Jacke an er schnappte sich seine Mütze und wir gingen raus. Ich zog die Tür zu – und ja, es passiert genau das, an was ihr wahrscheinlich zuerst dachtet: Ich sperrte mich und Noel mal wieder aus.

Jerry war noch drin und spielte in seinem Zimmer vergnügt mit seiner Schüssel und war froher Dinge. Ich klingelte und sprach auf ihn ein, dass er mir doch bitte, bitte die Türe öffnen sollte. Genau so, wie wir es eben seit geraumer Zeit nun schon Üben. Ich sprach auf ihn ein, ich wiederholte mich, ich klingelte, klopfte und rüttelte an der Tür. Noel hatte es sich derweil im Auto gemütlich gemacht und spielte vergnügt „auto fahren“! Während ich mich mal wieder selber beruhigte und mir zu sprach: Das wird! Das wird! Ich brauch nur Geduld! Und wenn es  Stunden dauert! Er wird diese Tür öffnen!

Er unterbrach sein Spiel und horschte ganz neugierig auf, wenn ich klingelte. Man sah im richtig an ratter.ratter.überleg.grübel. Ich wiederholte mich und wiederholte mich. Und die Zeit zog sich – auch wenn wir wahrscheinlich nur 5 Minuten vor der Tür standen – denn plötzlich bewegte sich Jerry Richtung Haustür: ER ÖFFNETE MIR WIRKLICH DIE HAUSTÜR. Ich feierte ihn. Ich knutschte ihn und wirbelte ihn umher. Ich war völlig aus dem Häuschen. Ich zog ihm die Jacke an und wir fuhren los zur Therapie und Noel und ich waren in der Zeit in der Stadt unterwegs. Natürlich rief ich auch beim Papa an und erzählte ihm die Story bis dahin. Als die Therapie vorbei war und wir Jerry holten, klingelte mein Handy. Der Held rief an und ich ging dran. Er meinte nur: „Bitte sag mir, das du DEINEN Haustürschlüssel an deinem Schlüsselbund hast!?“ Ich etwas geschockt: „Ups!“

Ihr könnt euch vorstellen, das er absolut begeistert ab. Ich fuhr mit den Jungs zur Schwiegermama, damit wir nicht in der Kälte sitzen müssen solange er versuchte die Tür zu öffnen. Nach ner halben Stunde gab er auf und ich musste wirklich mit schlechtem Gewissen den Schlüsseldienst anrufen. Einen Schlüsseldienst, der für einen Schlüsseldienst echt noch günstig war und er sagte er wäre ungefähr in 30 Minuten da. Also Kinder wieder angezogen und losgesaust, da wir noch zur Bank mussten. Als wir bei der Bank waren „Automat zur Zeit außer Betrieb!“.. AAAAAAAAAAAAAH, das darf doch nicht wahr sein!!! Also Kinder wieder ins Auto und wieder zurückfahren zum nächsten Bankautomat. Als wir zu Hause ankamen, war der Schlüsselmann immer noch nicht da. Ich rief ihn an und fuhr also runter zur Straße, damit er uns auch findet. Der Held kochte inzwischen vor Wut (aber er war verdammt ruhig 😉 Zu ruhig) …und in der Eile und Hektik kam ich auch nicht auf die Idee den Held zu fragen ob er mit ins Auto möchte und ließ ihn dort stehen.

Als der Schlüsseldienst da war, ließ ich die Kinder den Moment im Auto sitzen und Schlüssel stecken damit sie nicht im kalten sitzen.  Der Held war weg. Er ging auch nicht ans Telefon. Kurzzeitig dachte ich wirklich – jetzt ist er weg. Er hat die Nase voll von meinen Katastrophen immer. Der Schlüsseldienst öffnete die Tür ruckizucki…. ich holte die Jungs aus dem Auto, bezahlten den netten Herren, dessen Nummer ich nun eingespeichert habe 😉 … und ja, da tauchte der Held dann mürrisch aus dem Stall auf.. wir versuchten, den restlichen Abend ohne Katastrophe zu überstehen. Es gab noch eine schnelle Räuberfütterung und dann flogen sie auch schon ins Bett und schliefen beide innerhalb von paar Minuten. Ich entschuldigte mich 10000000 mal beim Held .

Als am nächsten Morgen die Welle der Wut abklang und er auf die Arbeit fuhr und ich mich ebenfalls fertig machte.. ahnte ich noch nicht, dass die nächste Katastrophe im Anmarsch war. Die Oma kam und ich wollte los – und dann Scheiße! Ja anders kann ich es nicht mehr sagen. Mein Autoschlüssel war nicht auffindbar. Meine Schwiegermama (die auch schon kochte) suchte mit mir alles ab… ich rief den Helden und fragte ihn: „Hast du das Auto heute Morgen zugemacht!?“ Er: “ Jaaaa!!???“ Und von mir kam nur noch ein: Shit. Tja damit war klar, ich kam nicht weg. Denn er hatte den Ersatzschlüssel an seinem Schlüsselbund. Obwohl abgemacht war, dass der Schlüssel hier bleiben soll. Es war einfach der Wurm drin. Also fuhr meine Schwiegermama morgens nach Gießen, um beim Held auf der Arbeit den Ersatzschlüssel zu holen, damit ich ebenfalls nach Gießen fahren konnte, um in die Schule zu kommen.

Ihr könnt euch sicher vorstellen, die Laune beider war fantastisch xD… Ich hätte natürlich auch mit dem Auto von der Schwiegermama fahren können. Nur hat sie sich erst ein neues Auto gekauft mit Hybrid und Automatik  und äh ja. Bin ich noch nie gefahren und das hab ich mir auch nicht zugetraut. An so Katastrophen Tagen bin ich lieber etwas vorsichtiger 😀 .. In der Schule war ich dann für die letzten 3 Stunden und dann musste ich zu meinem Papa fahren, da wir an diesem Nachmittag noch einen gemeinsamen Termin hatte – der für ihn, uns und unsere Zukunft sehr wichtig war. Also es gab auch nicht die Option einfach zu Hause zu bleiben und zu schmollen. Wäre ja auch ne Alternative.. aber nein. Nicht an diesem Tag.

Nun werden wir in der nächsten Zeit das Schloss bei uns auswechseln und eins einbauen, wo von Innen ein Schlüssel hängen kann und man trotzdem mit Schlüssel reinkommt. Und das werden wir sehr bald tun. Wer weiß, wer weiß … aber die Nummer vom richtigen Schlüsseldienst habe ich ja nun.

(Falls Nachfragen kommen sollten, den Schlüsselanhänger gibt es so nicht zu kaufen. Dies war mal ein Zusammenschluss von mehreren Familien im Dielila-Forum. )

 

Untitled

 

Verfasst von

Ein inklusiver Famlienblog für jedermann! Hier geht es um das Leben mit 2 Räuberjungs. Jerry hat das Down-Syndrom und Autismus. Aber es geht bei Jerrys Welt in Zukunft um alle Themen rund um die Familie :)

2 Kommentare zu „Am Rande des Wahnsinns…wieder mal

    1. Das hat uns unsere Autismustherapeutin auch schon gesagt mit dem Fingerabdruck 🙈😂 aber keine Ahnung was die Dinger kosten 🙈😂! Ja der beste Ersatzschlüssel bringt aber nix , wenn man wie gesagt den Schlüssel stecken lässt und so ein Schloss hat wie wir 🙈🙈🙈🙈😂! Wünsch euch einen schönen Tag

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